Fragen, die die Welt nicht braucht Nr. 239: Bin ich ein Bikini-Typ?
“Was halten Sie davon, wenn Frauen Oben-ohne am Badestrand liegen?” Diese alljährliche Umfrage könnten sich die Boulevardmagazine eigentlich sparen und stattdessen gute Tipps geben für die, die angezogen und dabei anziehend sein wollen beim Baden.
Die passende Bademode für den Sommer zu finden, ist eine ernstzunehmende Mission. Zuerst muss man sich klar machen: Es gibt kein 5-Tage-Power-Programm für die sogenannte Bikini-Figur. Wir arbeiten also mit dem Körper, den sie momentan haben. Sehen Sie sich in einem Bikini? Wunderbar, dann her mit dem Ding. Sehnen Sie sich aber vielmehr nach der beschützenden Stoffmenge eines klassischen Badeanzuges: Kein Problem. Bei der Bademode ist noch wichtiger als beim Abendkleid, dass Sie sich wohlfühlen. Nicht, weil Sie dann eine tolle, positive Ausstrahlung haben und so weiter, das ist schon viel zu speziell: Es geht darum, in welcher Badebekleidung sie es schaffen, aufrecht und stolz erhobenen Hauptes zum Kiosk zu gehen und ein Eis zu kaufen. Sind Sie im Kleidungsgeschäft mutig und kaufen einen heißen Bikini, um dann mit eingezogenen Schultern und rausgestrecktem Bäuchlein die Kippen auf der Schwimmbadwiese zu zählen, sind sie definitiv einer fiesen Marketingkampagne aufgesessen, wonach zum Beispiel nur ältere Frauen Badeanzüge tragen oder ähnlicher Unsinn. Sie müssen nicht wissen, ob Sie Bikini, Badeanzug oder Monokini (für sehr Mutige: mit nur angedeutetem Oberteil), bevor Sie in den Laden gehen. Lassen Sie sich von ihrem Gefühl leiten, handeln Sie völlig irrational und legen Sie sich zusammen, was gefällt: Einfarbig, gepunktet, gemustert, erlaubt ist, was gefällt. Probieren Sie viel an, nehmen Sie ruhig eine Freundin mit oder fragen Sie die Mitarbeiter nach deren Meinung. Und falls Sie doch ein Regelwerk brauchen, an dem Sie sich festhalten können – schaden tut so etwas ja nie:
1. In Umkleidekabinen kommt das Licht von oben, verstärkt jeden winzigen Schatten. In der Natur wird das Sonnenlicht ganz anders reflektiert: Eventuelle Dellen sind draußen nicht einmal halb so prominent! Draußen wollen wir sein, nicht in der Kabine baden…
2. Rüschen sind mit Vorsicht zu genießen. Gerne neigt man zu Rüschen am Beinausschnitt, weil man denkt, man müsste Pölsterchen kaschieren oder die Spuren des Brazilian Waxing vom Vormittag: Rüschen wirken gern sehr mädchenhaft, so etwas muss aber wohl portioniert sein. Zöpfchen zum Beispiel sind in Verbindung absolut tabu.
3. Bikinihöschen, die wie Panties am Bein gerade geschnitten sind, verkürzen die Beine optisch. Hier muss man also abwägen.
4. Wer große Brüste hat, sollte bei Triangle-Bikinis darauf achten, dass die Triangel in der Mitte miteinander vernäht sind, sonst verliert man schnell den Halt.
5. Schwarz macht schlank, da aber der Großteil des Körpers unbedeckt ist, wirkt Schwarz in diesem Fall eher kontrastierend und damit vergrößernd. Es klingt vielleicht komisch, aber probieren Sie es einmal mit beige oder hautfarben. Ein beiger Badeanzug lässt Männerherzen aus der ferne manchmal höher schlagen als ein Leopardenbikini – und ist gleichzeitig so züchtig, Madame!
6. Lange Haare immer hoch stecken. Das verlängert den Hals und den ganzen Körper. Hüte haben ähnliche Wirkung.
7. Beine wirken schlank, wenn Se glatt und gebräunt sind, also nichts wie raus, viel Spaß beim Baden!
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